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Programmänderung

Eigentlich hatte ich ja vor, jetzt einfach nur noch glücklich und zufrieden zu sein. Leider musste ich feststellen, dass ich dafür noch nicht ganz bereit bin. Es gibt viel dazu zu sagen, ich möchte heute mal einen leichten Einstieg dort hinein versuchen.

Erstmal ein großes „Sorry“ an alle meine Twitter-Follower_innen, insbesondere an die, denen ich am Herzen liege. Ich habe in den letzten Tagen wieder viel rumgejammert, nicht ganz ohne Grund, aber hatte es bisher nicht geschafft, den Grund in Worte zu fassen. Manche waren sicherlich besorgt um mich, noch viel mehr einfach nur noch genervt. Ich denke, ich bin nun soweit, Klartext zu reden, zumindest in der Theorie. Rein emotional hab ich wohl endlich alles verarbeitet, was mir derzeit Angst macht. Das war ein langer, harter Weg, den ich mit Unterbrechungen seit Anfang Dezember beschreite. Seit dem ist in meinem Leben viel passiert, aber die Grundproblematik blieb bestehen – so wie schon seit 13 Jahren.

Zum Punkt kommen

Ich weiß nicht, warum es mir so unendlich schwer fällt, zum Punkt zu kommen und es beim Namen zu nennen, was mich so bedrückt. Also:

Wie vermutlich jeder Mensch habe ich diverse kleine soziale Inkompetenzen, also Bereiche, in denen mein Sozialverhalten von dem abweicht, was für mich und die Menschen um mich herum gut und erfreulich wäre. Vieles davon konnte ich in den letzten Jahren „beheben“, und einiges anderes einfach akzeptieren, denn nobody’s perfect. Eine „Kleinigkeit“ ist allerdings übrig geblieben, und in den letzten Tagen ist mir mal wieder bewusst geworden, dass das eben keine Kleinigkeit ist, sondern ein großer Brocken, der mir Angst macht. Angst, deshalb niemals glücklich werden zu können, bzw. nicht auf Dauer glücklich sein zu können, solange das so ist.

Es geht – stark vereinfacht gesagt – um Situationen, in denen ich Menschen, die ich mag, meine Zuneigung und mein Interesse an gemeinsamer Freizeit nicht zeigen kann. Ich weiß, dass das vielen Menschen nicht leicht fällt und ich da keinen Perfektionismus von mir erwarten darf, aber das Ausmaß dieses Unvermögens hat bei mir absolut krankhafte Züge. Was ich kürzlich über das Bedürfnis zu Kuscheln schrieb, ist ein kleiner, fast schon unbedeutender Teil der Gesamtproblematik, denn es betrifft eigentlich alle meinen sozialen Interaktionen. Und es betrifft fast alle meine Kontakte: von entfernten Bekannten über Freund_innen verschiedenster Art bis hin zu sehr wichtigen Herzensmenschen und potentiellen Partner_innen. Das ist für mich keine Kleinigkeit mehr, das macht mich immer wieder fertig. Ich schaffe es zwar, in Einzelfällen um das Problem herum zu arbeiten, und es immer mal wieder für ein paar Monate oder gar Jahre zu verdrängen und mir einzureden, dass es kein Problem ist. Aber damit ist jetzt Schluss, ich kann und will das nie wieder verdrängen und als gegeben und unabänderbar hinnehmen. Ich möchte dieses (hoffentlich) letzte Hindernis auf dem Weg zu einem erfüllten Leben endlich aus dem Weg räumen.

Komplexitäten

Das Ganze ist eine ziemlich vertrackte Sache, bei der es mir inzwischen sehr wichtig geworden ist, die ganzen damit zusammenhängenden Umstände endlich selbst zu erkennen und zu verstehen (was ich inzwischen wohl geschafft habe) und dann aufzuschreiben und zu veröffentlichen, damit auch ihr eine Chance habt, mich zu verstehen, wenn ihr denn wollt. Denn nach allem, was die letzten 13 Jahre mir gezeigt haben, werde ich Hilfe dabei brauchen, dieses Verhaltesproblem in den Griff zu bekommen. Ich glaube nur sehr eingeschränkt daran, dass eine Psychotheraphie dabei der Weg zum Ziel wäre, und möchte daher nun probieren, das Problem in freier Wildbahn anzugehen, genau dort, wo es auftritt: im Umgang mit euch.

Ich sehe es also als unumgänglich an, darüber zu schreiben, was letztlich deutlich umfangreicher sein wird als dieser kleine Blogpost. Meine aktuellen Notizen und Entwürfe dazu umfassen mehr als das zehnfache eines „gewöhnlichen“ Blogposts, und ihr wisst sicherlich, dass die in aller Regel schon ziemlich lang und anstrengend sein können. Es ist meine Pflicht, das alles noch besser zu strukturieren und verständlich zu machen, ganz rigoros zu kürzen und die einzelnen Teile für sich jeweils verständlich zu machen, damit jede_r von euch die Möglichkeit hat, auch mal nur Bruchstücke davon zu lesen. Denn ich weiß, dass ich für die allermeisten von euch nicht das Zentrum der Welt bin (und nicht sein will und kann) und dass ich von nur sehr wenigen Menschen, wenn überhaupt, eine wirklich intensive Beschäftigung damit erwarten kann.

Wie es (vermutlich) weiter gehen wird

Ich werde dafür noch einiges an Zeit und Kraft brauchen. Aber ich habe, wie schon erwähnt, keine Lust mehr, das Problem unter den Teppich zu kehren, damit es dort in ein paar Jahren wieder hervor quillt und mir Sorgen und Kummer bereitet. Es sind für mich keine einfachen Zeiten, um das anzugehen, schließlich plagen mich seit ein paar Wochen sowieso des öfteren Stimmungstiefs, die vermutlich hormonell bedingt sind. Aber ich habe herausgefunden, dass ich diese Phasen auch produktiv nutzen kann, um die Dinge anzugehen, die mir Angst bereiten. Ich sehe keinen Sinn mehr darin, die wirklich wichtigen Probleme zu verdrängen und bei aufziehenden Tiefphasen stattdessen wegen wirklichem Kleinkram zu heulen.

Ich habe in letzter Zeit Gesprächsangebote bekommen, um über das zu sprechen, was mich bedrückt. Ich weiß das sehr zu schätzen, aber bisher habe ich das Gefühl, ich bin noch gar nicht weit genug dafür. Ich mache das derzeit lieber mit mir selbst aus. Es wird der Zeitpunkt kommen, wo ich dann wirklich Redebedarf habe. Ich werde das dann entsprechend ankündigen und dann auch gerne in Anspruch nehmen.

Bis dahin werde ich viel Zeit für mich selbst brauchen, aber zwischendurch auch immer wieder mal Zeit mit anderen, so wie bisher. Falls möglich, behandelt mich einfach so wie immer, und denkt euch nicht allzu viel dabei, wenn ich eine Einladung mittel- oder kurzfristig absagen muss. Das ist dann in dem Moment so, ich brauche dann eben wieder Alone-Time, und am nächsten Tag bin ich vermutlich wieder gut gelaunt und gesellschaftstauglich. Ich denke, in den Zeiten, wo ich mich aus dem Haus traue, brauche ich auch nicht mit Samthandschuhen angefasst werden, dann geht’s mir ziemlich normal, sonst wäre ich nicht draußen.

Das mag nicht der übliche Weg sein, mit solchen Problemen umzugehen, aber ich bin mir derzeit ziemlich sicher, dass es *mein* Weg ist. Ich bitte euch, das zu akzeptieren. Ihr müsst ja nicht mitmachen, aber ich würde gerne auf nett gemeinte Hinweise verzichten, die mir sagen, ich solle doch stattdessen lieber in dieser-und-jener-Weise damit umgehen.

Ok, ich hoffe, das hat wenigstens ein bisschen mehr Fragen beantwortet als es neue aufwirft. In nächster Zeit kommen dann also ein paar Blogposts, die das Problem, seine Ursachen und meine Lösungsansätze jedes mal ein Stück weit konkretisieren.

Das musste ja kommen: Mein Coming Out als Poly

Wer mir auf Twitter folgt, hat in den letzten Wochen u.a. mitbekommen, wie die Anzahl meiner Tweets zu Polyamorie schlagartig von „0“ auf „ungewöhnlich viel“ gestiegen ist. Meine einzige Stellungnahme dazu, wie sehr mich das selbst betrifft, war bisher:

Ich habe also, eher unfreiwillig, die letzten Tage dafür genutzt, darüber intensiv nachzudenken. Bin nicht zu viel anderem gekommen. Selbst mein/unser wichtiges Projekt Aufschreistat liegt seit dem auf Eis, was mir sehr (!) Leid tut. 100% meiner Freizeit für die Selbstfindung zu verbraten kommt mir sehr egoistisch vor, aber mein Unterbewusstsein lässt da gerade nicht wirklich mit sich darüber diskutieren, was sonst gerade wichtig ist. Es tut halt, was es glaubt, tun zu müssen.

Also versuche ich jetzt mal, was aufzuschreiben. Auf dass Kopf und Herz für ein paar Tage Ruhe geben, was das Thema angeht, und mir wieder Raum für anderes lassen.

Das wird jetzt so eine Mischung aus Coming Out, Definitionsversuch, Vergangenheitsverarbeitung (nein, die Vergangenheit wurde in einen zukünftigen Blogpost ausgelagert), Zukunftsträumen und einem Plädoyer für mehr Offenheit gegenüber allem, was konservative Einstellungen uns sonst zu denken und fühlen verbieten.

Und es wird der Versuch, mein Verhalten, Denken, Fühlen und Wahrnehmen positiv zu interpretieren, nachdem ich Jahrzehntelang nur eigene Defizite darin gesehen habe. Fakt ist, ich schreibe seit etwa Weihnachten 2012 an einem langen, schwierigen Blogpost, in dem ich meine Unfähigkeiten im Zwischenmenschlichen miteinander thematisiere. Dieser hier könnte jenen dort überflüssig machen. Achtet mal drauf, wie oft in diesem Blogpost steht „Ich kann“ oder „Ich könnte“ steht. In dem anderen, unveröffentlichten Text steht ähnlich oft, was ich alles nicht kann. Positive Thinking FTW!

Und es wird lang. Auch das tut mir Leid, aber gerade muss ganz viel raus. Ich habe mich aber sehr bemüht, es dennoch in eine verständliche Struktur zu bringen.

Was ist Polyamorie?

Ich bin nicht geeignet, da eine exakte Definition zu geben. Fuck, ich hab bis jetzt nicht mal den gleichnamigen Wikipedia-Artikel gelesen! (Vorsicht, der ist noch länger als mein Blogpost hier.) Was soll ich also dazu sagen? Ich habe natürlich eine eigene Vorstellung davon, was das für mich bedeutet, aber die kann ich schlecht hier vorweg nehmen, die baut sich durch den Artikel hindurch nach und nach auf.

Aber ich probiere es mal so ganz grob mit einer höchst persönlichen Definition ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit:

Polyamorie umfasst eine Menge von Beziehungsformen, Einstellungen und Handlungsweisen, die darauf abzielen, intime Kontakte zu mehr als einer anderen Person gleichzeitig zu führen. Intimität kann sich hier sowohl sexuell, als auch in nicht-sexuellem Körperkontakt oder gänzlich ohne Körperkontakt ausdrücken, und natürlich vielfältige emotionale Verbindungen enthalten. All diese Kontakte finden im Konsens und Wissen aller beteiligten statt.

Aber prinzipiell schwebt mir gerade etwas anderes vor, als allgemeingültige Definitionen. Ich will zeigen, was das für mich selbst bedeutet.

Die Grenze zwischen Freundschaft und Partnerschaft…

…war für mich immer schon schwierig. Aber ich hatte die Vorstellung, die Grenze wäre nunmal da und müsste von mir auch akzeptiert werden.

Zunächst hat beides für mich die selbe Zielgruppe: Die Charaktereigenschaften, die jemanden für mich als gute Freund_in interessant machen, sind die selben, die ich auch von einer potentiellen Partnerin erwarte. Und aus irgendwelchen Gründen – sorry, Jungs – kann ich mir wirklich enge und erfüllende Freundschaften fast nur mit Frauen vorstellen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Partnerschaften passieren für mich also so: Ich treffe eine Frau, verstehe mich gut mit ihr, wir werden gute Freundinnen. Es folgt einige Zeit, in der wir viel Spaß miteinander haben. Und dann wird plötzlich „mehr“ daraus. Vielleicht auch nie, das ist für mich auch o.k. (Das ist übrigens der Punkt, wo ich mich schon immer von „friendzone-critical nice guys“ unterschieden habe.)

Das war schon immer ein universelles Muster meiner Beziehungs-Anbahnung, und ich denke, vom Ablauf her ändert sich auch jetzt nichts daran.

Und dann wird „mehr“ daraus?

Was aber nun ins Wanken gerät, weil es eigentlich nie auf einem festen Sockel stand: Worin besteht eigentlich dieses „mehr“?

  • Es könnte sexuelle Anziehung sein.
    • Aber die passiert im Kopf, und bei mir bleibt sie u. U. auch da. Ich kann eine Frau sehr sexy finden, aber trotzdem „ganz normal“ mit ihr umgehen, so dass sie sich niemals objektifiziert fühlen muss
    • Und ich kann eine glückliche (auch sexuelle) Beziehung zu einer Frau aufbauen, die gar keine besonders große optische Anziehung auf mich hat.
  • Es könnten sexuelle Handlungen sein.
    • Aber ich kann auch eine sehr innige Beziehung führen, die dauerhaft ohne Sexualität auskommt. Das schaffen asexuelle Personen, und ich als demisexuelle schaffe das ebenso.
    • Genauso gut könnte ich sexuelle Kontakte zu Menschen haben, zu denen ich keine Beziehung führe.
  • Es könnte Zärtlichkeit sein, wie z.B. Umarmen, Küssen, Kuscheln.
    • Aber ich finde, das können teilweise auch wichtige Elemente in einer Freundschaft sein.
    • Und ich kann eine Art Beziehung zu einer Person führen, die nichts von alledem enthält, und auf einer seelischen Ebene dennoch inniger ist als so machne sexuelle Beziehung anderer Menschen.
  • Es könnte die seelische Verbundenheit sein.
    • Aber die kann auch im Rahmen einer Freundschaft beliebig groß sein. Ich bin in der Lage, mit einer anderen Person komplett zu verschmelzen, und kann es dennoch Freundschaft nennen.
    • Ich kann auch in einer Partnerschaft sein, in der die seelische Verbundenheit (zeitweise?) relativ gering ist, aber sie dennoch aufrecht erhalten, weil sie sich für uns beide trotzdem gut anfühlt.
  • Es könnte der gemeinsame Haushalt sein.
    • Aber ich kann auch in einer WG mit Freund_innen wohnen.
    • Oder eine romantische Beziehung führen, bei der alle ihre eigenen Wohnung haben.
  • Es könnte die Exklusivität sein.
    • Aber auch in reinen Freundschaften gibt es ab und zu Eifersucht und Anspruchsdenken, und auch ich kann mich nicht davon freisprechen.
    • Und auch in einer Beziehung, gerade wenn ich die andere Person liebe, wünsche ich ihr doch alles erdenklich Gute. Wir könnte ich von einer Person, die ich liebe, verlangen, dass sie sowohl im Geben als auch im Nehmen auf Nähe zu anderen Menschen verzichtet? Wie kann eine Person, die mich liebt, mit das nehmen wollen?

Fazit: Mein Konzept davon, was Freundschaften sind, und was Partnerschaften, ist am Boden zerschellt und in 1000 Teile zersprungen. Und das ist toll!

Denn dieses Konzept hat eh noch nie zu meinen Gefühlen gepasst. Wie meine Partnerschaften entstanden sind, und wie sie wieder geendet haben, kam mir komisch vor, und in einem offeneren Begriffsraster kann ich sowohl das, was war besser erklären, als auch mir alternative Anfänge, Mitten und Enden vorstellen, die besser gewesen wären.

Hab ich gerade „meine Partnerschaften“ geschrieben, im Plural? Bis zum heutigen Tage habe ich immer gesagt, ich hatte bisher nur eine Partnerschaft gehabt. Aber es gab da eine intensive Freundschaft in meinem Leben, die für mich immer schon ein bisschen wie eine Beziehung war, und nun weiß ich: wenn ich das schon sprachlich entweder als Freundschaft oder als Beziehung/Partnerschaft einordnen muss, dann doch lieber letzteres. Zumindest ein paar intensive Wochen innerhalb dieser vielen Jahre haben diese Bezeichnung verdient und damit fühle ich mich wohler. (Auch wenn meine „erste Partnerin“ das vielleicht ganz anders sehen würde. Das sei ihr unbenommen.) (Nachtrag vom 25.2.2013: Nein, solange ich da einteilen *muss*, fühle ich mich eigentilch gar nicht mehr wohl. Das, was wir zwei damals miteinander hatten, lässt sich einfach nicht mit diesen alten Worten beschreiben.)

Wie zukünftige Beziehungen für mich aussehen könnten

Für die Zukunft gab es immer schon widerstrebende Ziele, zwischen denen ich mich scheinbar entscheiden müsste. Jetzt kommen mehr Möglichkeiten dazu, und trotzdem habe ich das Gefühl, auf weniger davon verzichten zu müssen.

Ich kann jetzt, ganz plötzlich, Dinge denken, die früher undenkbar waren. Nicht nur das: Ich kann sie träumen. Sie fühlen. Die Vorstellung genießen.

Ich kann mir nun vorstellen…

  • … dass ich zwei nette Frauen kennenlerne, und wir eine absolut gleichberechtigte Dreierbeziehung aufbauen. Vielleicht „ganz klassisch“ einen gemeinsamen Haushalt führen, Kinder bekommen, eine Familie sind, und wir uns dazu entscheiden, dass diese Beziehung nach außen ziemlich geschlossen ist. Wenn das Gesetz das irgendwann erlaubt, heiraten wir drei vielleicht auch.
  • … dass ich eine Beziehung zu einer einzigen Frau führe, die ein bisschen offener ist, und uns beiden emotional und sexuell mehr Freiheiten lässt.
  • … dass ich viele Freundschaften führe, von denen mehrere auch zärtliche, romantische oder sexuelle Elemente haben, ohne dass diese dadurch einen formellen Beziehungsstatus haben.
  • … dass ich eine Beziehung zu einer Frau führe, und diese jemand anderes kennenlernt, der ihr_e neue Hauptpartner_in wird. Unsere Beziehung wird zu einer Freundschaft „zurück gebaut“, aber diese Freundschaft bleibt sehr innig und ich bleibe ein wichtiger Teil ihres Alltags, und wenn wir Lust haben, „alte Zeiten“ wieder kurzzeitig aufleben zu lassen, dann ist das für alle o.k.
  • … dass ich zusammen mit einer bisexuellen Frau Teil einer dauerhaften Konstellation mit einem Mann bin. Dabei würde ich wohl nur mit ihr Sexualität teilen, da Männer für mich sexuell sehr uninteressant sind. Aber es könnte zwischen ihm und mir eine enge emotionale Verbindung und gegenseitige Verantwortung bestehen, vermutlich auch Kuscheln.
  • … dass ich eine extrem intensive Beziehung zu einer Frau führe, in der es trotzdem keine Sexualtität gibt. Vielleicht wollen wir beide das nicht, vielleicht nur eine von uns. Und vielleicht lebt die andere von uns ihre Sexualität woanders aus. Vielleicht liegt das daran, dass ich und/oder sie nocht nicht damit klarkommen, wie mein Körper derzeit beschaffen ist, und ändert sich später einmal, wenn sich auch mein Körper geändert hat.
  • … dass ich eine monogame, treue Beziehung zu einer Frau führe, und mein Leben in der Zeit keine polyamoren Elemente hat, und das „besondere“ ist nur, dass wir uns ganz freiwillig und im Bewusstsein aller Alternativen genau dafür entscheiden. Nicht, weil das eben so sein muss.
  • … dass ich über Jahrzehnte Teil einer „durchgehenden“ Beziehung bin, in der alle paar Jahre mal jemand dazu kommt oder jemand ausscheidet, wie in einer WG oder einer Rockband, die ja auch ein Stück weit ihre Identität behält, selbst wenn keines der Gründungsmitglieder mehr dabei ist.
  • … dass für mich die Unterscheidung zwischen Freundschaft und Beziehung noch weiter zerspringt, so dass ich (anders als bei den Vorherigen Beispielen) gar nicht mehr in der Lage bin, mein Verhältnis zu anderen Menschen mit diesen Begriffen zu umreißen. Oder es kommen viele neue, evtl. scharf abgegrenzte Kategorien hinzu.

Und es könnte, gleichzeitig, zeitlich überschneidend oder auch einfach nacheinander vieles von dem da oben eintreten, nicht nur eines.

Was aber nicht mehr sein kann:

  • … dass ich eine Beziehung führe, bei der von Seiten meiner Partnerin_nen die Erwartung besteht, dass meine Freundschaften emotional sehr oberflächlich bleiben und es keinerlei Körperkontakt gibt. Das ist eine Mindestanforderung an Freieheit, die auch für Mono-Beziehungen gelten sollte, aber das war bei mir leider nicht immer so.
  • 1000 andere legitime Formen der Beziehung, die ebenfalls unter den Begriff „Polyamorie“ fallen, aber für mich nicht interessant oder denkbar sind. Mir fehlt da gerade die Kreativtät, um mir solche Negativbeispiele auszudenken, aber es gibt da sicher einiges.

Was fehlt?

Jeder Mensch ist anders. Ich auch.

Ich kann mich daher nur sehr oberflächlich da hinein versetzen, wie mein Artikel bisher auf Leser_innen wirkt, für die Polyamorie ein eher entferntes Konzept ist. Überraschung? Überforderung? Erkenntnis? Sorge? Ekel? Das Gefühl moralischer Überlegenheit? Ich weiß es nicht.

Auf den ersten Blick fehlt vielleicht vieles, was eine „normale“ Zweier-Beziehung so schön macht. Nähe. Verantwortung. Dauerhaftigkeit. Romantik. Aufopferung. Sicherheit. Liebe. Magie. Ich genieße all diese Dinge, möchte das meiste davon nicht missen. Ich liebe und lebe diese „klassischen Werte“. Meine letzte Partnerin und ich hatten das alles damals sehr zelebriert. Für die meisten waren wir „Das Traumpaar“ oder „Der Beweis, dass die wahre Liebe doch noch existiert“. Kritischere Menschen hätte – wenn ich damals welche gekannt hätte – das als „übelstes Rumheten“ bezeichnet, immerhin waren wir damals noch als Mann und Frau identifiziert. („Rumheten“ kenne ich übrigens aus diesem Blogpost von Khaos.kind, wo ich mich im November 2012 in den Kommentaren auch erstmals zu Poly-Konzepten äußerte) Es ist nicht so, als wenn ich all das bewährte nun wegwerfe und eine Liebe abseits dessen suche. Ich rücke es nur in einen neuen, erweiterten Kontext.

Von den meisten Beispielen, die ich oben kurz angerissen habe, lassen sich „defizitäre“ Ausprägungen bilden. Das heißt, mensch kann sich jeweils vorstellen, dass sowas komplett daneben gehen kann, oder dass es für mindestens eine der Beteiligten sehr unzufriedenstellend verläuft. Aber das gleiche gilt für monogame Beziehungen, auch die verlaufen oft suboptimal oder sogar schädlich. Polyamorie ist sicher nicht das Allheilmittel, aber auch keine per se problematische Sache. Es bieten sich einfach viel mehr Gestaltungsfreiheiten, die sich zum Guten wie zum Schlechten nutzen lassen.

Auch ist es bei vielen der Beispielen leicht möglich, sich eine egoistische Variante vorzustellen, bei der zwar für mich alles toll läuft, besser als in einer Mono-Beziehung, aber die anderen Partner_innen darunter leiden. Aber nichts läge mir ferner. Ich denke, ich bin sogar recht weit bereit, andersherum meine eigenen Interessen zurückzustellen, wenn es meinen Herzensmenschen dadurch gut geht. (Allerdings auch nur, solange das freiwillig geschieht, ich stehe gar nicht drauf, unterdrückt zu werden.)

Ich gehe derzeit davon aus, dass ich selbst gar nicht in der Lage bin, mehrere Menschen gleichzeitig von ganzem Herzen zu lieben. Eine Zeit lang dachte ich, damit fehlt eine wichtige Grundvoraussetzung für Polyamorie jeder Art, so dass mich das ganze Konzept nicht sonderlich angesprochen hat. Jetzt weiß ich, dass nicht alle polyamoren Beziehungsformen diese Grundvoraussetzung haben. Durch diese eine Unfähigkeit fallen manche (aber längst nicht alle) der Zukunftsvisionen von oben für mich weg, z.B. die oberste. Das heißt, ich kann mir das als angenehme Vision vorstellen, aber fürchte, das diese Variante in der Praxis nicht für mich funktionieren würde.

Wenn ich in einer Beziehung bin, brauche ich eher viel Zuneigung, nicht alle oben aufgelisteten Alternativen können das bieten. Daher sind nicht alle auf Dauer für mich geeignet, aber zwischendurch für ein paar Monate oder Jahre vielleicht eine schöne Sache und besser, als komplett allein zu sein. Oder parallel zu anderen Konstellationen, die mir die nötige Zuneigung bieten. Aber ich brauche eben nicht alle Zuneigung, vermutlich nicht mal das allergrößte Stück. Ich kann teilen.

Ich suche nach Wegen, bei denen prinzipiell nichts fehlt, sondern mehr drin ist.

Normale Freundschaften

Ich habe oben mehrfach betont, dass auch relativ „gewöhnliche“ Partnerschaften Teil meines weiteren Lebensentwurfs sein können, da mir das erwähnenswert erschien. Im Bereich der Freundschaften ist das für mich so selbstverständlich, dass ich es fast vergaß, auszuschreiben:

Ich respektiere natürlich nach wie vor, dass für viele andere Menschen eine ganz klare Trennung zwischen Freundschaft und Partnerschaft besteht. Wer mit mir befreundet ist, braucht sich keine Sorgen machen. Persönliche Freiheitsräume, Konsens, Respektieren von Grenzen… all das ist mir wichtiger als je zuvor. Für alle, die nicht plötzlich das dringende Bedürfnis entwickelt haben, mit mir zu kuscheln, ändert sich nichts 🙂

Ansonsten hoffe ich durchaus, dass auch meine Freundschaften sich in gewissen Weisen positiv verändern. Das hängt für mich ganz persönlich auch mit dieser ganzen Poly-Sache zusammen, aber jener Zusammenhang wird aus diesem Blogpost nicht ersichtlich, wie ich das meine. Das konkretisiere ich ein andern mal.

Warum so plakativ?

Warum schreibe ich das alles? Posaune es im Netz heraus? Mache mich damit ggf. angreifbar?

Wie gesagt, ganz zu Beginn war das für mich schwer, mich dazu zu positionieren. Aber eigentlich habe ich schon eine gewisse Erfahrung mit Coming Outs. Das erste, als Transsexuelle, war noch schwierig. Das zweite, als Lesbe, ging gleich damit einher und nichts hätte einfacher sein können als das.

Beides hat mir gezeigt: es tut gut, sich nicht mehr zu verstecken. Es macht keinen Sinn, etwas anderes darzustellen, als eins ist. Durch die Positionierung verliert eins ggf. einige Menschen, die nicht damit klar kommen, aber gewinnt sehr viele neu dazu, die genauso fühlen. Oder die vielleicht ganz anders fühlen, aber Diversity für sich als etwas positives entdeckt haben und einen vielfältigen Freundeskreis schätzen.

Meine Poly-Einstellung ist vermutlich genauso grundlegend für meine Identität wie meine Geschlechtsidentität als Frau oder meine sexuelle Orientierung als Lesbe. Vielleicht noch wichtiger. Jetzt, wo mir das alles bewusst ist, käme es mir unehrlich vor, es zu verschweigen.

Ich schäme mich kein bisschen, weil ich glaube, dass niemand sich dafür schämen muss. Ich halte meine Einstellung für nicht mehr oder weniger ethisch als die allgemein übliche monogame Einstellung. Nur eben etwas anders, und wohl auch etwas anspruchsvoller. Nichts, dass ich jedem uneingeschränkt zur Nachahmung empfehlen würde, wohl aber zur gedanklichen Auseinandersetzung.

Sicher wird es Menschen geben, die mich dafür kritisieren. Aufgrund meiner abstrakten Erklärung hier halte ich das für unangebracht – ich werde in meinem restlichen Leben noch genug Fehler in solchen Poly-Beziehungen machen, um dann konkrete Kritik anzunehmen.

Ich werde wohl keine große „Ich bin auch Poly“-Outing-Welle nach mir ziehen. Aber wenn ich mit meinem offenen Umgang ein Stück weit Vorbildfunktion für irgendwen habe, ist das toll.

Vielleicht ist das auch alles leicht übertrieben, und nachdem das in meinem Kopf alles etwas runter gekühlt ist, könnte es sein, dass das Thema wieder uninteressanter für mich wird und mein Leben überwiegend monogam verläuft. Wer weiß. Solange ich in einer Welt lebe, in der die große Mehrheit der Menschen monogam geprägt sind, ist das wohl sogar das wahrscheinlichste. Aber selbst dann wird es eine positive Auswirkung darauf haben, wie ich diese Partnerschaften mitgestalte.

Und jetzt für den Moment fühlt es sich großartig an, frei darüber zu denken, zu träumen, zu planen, zu hoffen, zu schreiben und zu sprechen. Der Gedanke an all die Möglichkeiten, zu lieben, macht mich total high. Ich teile das gerne und würde platzen, wenn ich das alles weiter für mich behalten müsste! Freut euch gefälligst alle ein bisschen für mich mit! 🙂

PS:

Der Blogpost ist lang geworden. Alle, die bis hier durchgehalten haben, habe ich besonders lieb! Aber natürlich auch die, denen es zu lang war.

Und dabei ist es nur die Hälfte von dem, was ich sagen wollte. Es gibt eine andere Hälfte, in der es um mein bisheriges Leben geht, und wie mich die Verweigerung von Poly-Gedanken darin behindert hat. Das folgt demnächst als einzelner Blogpost, da dieser ja doch ganz gut allein für sich stehen kann.

#aufschreistat – Statistische Analyse des Aufschreis

Wichtig: Projektkoordination

Trotz der frühen Phase gab es jetzt schon mehr Hilfsangebote, als ich im Kopf behalten kann, und die Kommunikation über Twitter ist, nunja, schwierig. Hier ein paar Links:

Ich selbst komme vor 20 Uhr (Dienstag) nicht dazu, weiter zu koordinieren, etc. – habt bitte etwas Geduld, oder – noch besser – organisiert euch ein wenig untereinander. Danke!

Warum überhaupt auswerten?

Zur Hashtag-Aktion #aufschrei ist viel wahres, kluges und vor allem emotionales geschrieben worden – siehe dazu z.B. die Blogposts, deren Verlinkungen ich in den letzten Tagen retweetet habe (für eine ordentliche Linksammlung hier fehlt mir gerade Zeit und Kraft). Ich stimme all dem nicht nur sachlich zu, sondern kann auch die darin beschriebenen Gefühle nachvollzielen, habe vieles davon in den letzten Tagen selbst so gespürt. Emotion gehört dazu und ist wichtig. Auch Emotionen stoßen Debatten an.

Aber diese Debatten kommen dadurch nicht unbedingt weiter. Dies ist keine Kritik an Emotionen, es ist der Versuch, diese durch sachliche Fakten und Analysen zu ergänzen, zu stützen und rational begreifbar zu machen.

Ich habe in den ersten 70 Stunden seit dem Beginn von #aufschrei mehr als die Hälfte jener Zeit mit dem Lesen der #aufschrei-Tweets verbracht und nur sehr viel weniger mit Schlafen. Soweit ich das abschätzen kann, habe ich fast alle #aufschrei-Tweets, die seit dem direkt in meiner TL landeten, gelesen. Das dürften etwa 1000 solcher Tweets gewesen sein, somit aber deutlich weniger als 2% aller #aufschrei-Tweets überhaupt. Damit habe ich keinen repräsentativen Überblick über alles, was aufgeschie(b)en wurde. Vermutlich hat kein Mensch auf der Welt das in diesem Moment.

Diverse klassische Medien haben #aufschrei-Tweets zitiert, und die jeweilige Auswahl schien zufällig (was ja immerhin repräsentativ ist) oder aus einem sehr kleinen Sample bewusst ausgewählt. Die Medien haben es damit nicht geschafft, die Menge, Vielfalt und Intensität des #aufschrei zu vermitteln.

Neben der Ursprungs-Aussageform – des Kurzberichtes über ein konkretes sexistisches Erlebnis – entstanden schon bald Meta-Aussagen, die versuchten, Verallgemeinerungen zu treffen. Auch ich habe mich darin versucht, erhielt Zustimmung durch Retweets und Kritik in Form von Antworten durch Menschen, die meine Aussage (wohl meist absichtlich) missverstanden. Aber letztlich waren das sowieso immer Aussagen über Momentaufnahmen meiner Filterbubble und somit ohne globale Bedeutung.

Nun möchte ich dazu beitragen, die Debatte auf das nächste Level zu erheben: den Blick auf die Gesamtproblematik, das Abwägen verschiedener Teildimensionen des Problems oder auch der Teilprobleme, und auf die neuartigen Erkenntnisse die nur durch eine solche Gesamtbetrachtung gewonnen werden können.

Ich denke nicht, dass der Erfolg der Aktion nach der folgenden Formel funktioniert: Tweeten -> sammeln -> statistisch anlysieren -> Erkenntnisse -> bessere Welt. Aber ich bin überzeugt, statistisch fundierte Erkenntnisse helfen dazu, dass die Aktion insgesamt erster genommen wird, dass die Debatte intensiver geführt wird, und letztlich, dass sie konstruktiver abläuft und konkretere Ergebnisse hat.

Technisches

Eine bedeutungsvolle Analyse geht nur mit technischen Hilfsmitteln, aber die allein reichen nicht. Vorausgesetzt, die mehr als 60.000 #aufschrei-Tweets lägen mir gebündelt vor – und das wird vermutlich bald der Fall sein – wären vollautomatische Auswertungen nur auf Wortebene praktikabel, z.B.: Wie oft kommt das Wort „Sportlehrer“ vor? (Vermutung auf Basis des bisher manuell gelesenen: extrem oft.) Allein die Einteilung in zustimmende Tweets vs. Versuche, die Aktion zu kritisieren, relativieren, ins Lächerliche zu ziehen oder einfach nur zu trollen, halte ich für so gut wie gar nicht automatisierbar. Und selbst damit würden wir nur an der Oberfläche der darin verborgenen Erkenntnisse kratzen.

Ich halte es für nötig, die Informationen aus den Tweets in eine „maschinenlesbare“ Form zu bringen. Das kann prinzipbedingt nicht von Maschinen erledigt werden. Mir schwebt dabei vor, den Tweets per Hand Tags zuzuordnen, welche sich danach auswerten lassen. Tags sind dabei semi-strukturierte Informationen, die einem losen Schema folgen. Dieses legt nahe, dass bereits vorhanden Tags identisch weiter benutzt werden, aber erzwingt dies nicht. Das ist wichtig, damit einerseits ähnliche Tweets mit gleichem Tag versehen werden, aber andererseits neu- bzw. andersartige Tweets, die neue Aspekte betreffen, nicht in ein starres, vorgefertigtes Raster gepresst werden.

Dazu braucht es Menschen, die das tun. Menschen, die all diese (teils schmerzvollen) Tweets nochmal aufmerksam lesen und kategorisieren. Das klappt nur, wenn viele Mitmachen. Und es brauch die Software, um diesen verteilten Aufwand zu koordinieren. Ich werde diese Software schreiben.

Ich möchte hier nicht zu technisch werden. Dies geschieht stattdessen auf der Projekthomepage „aufschreistat“ bei GitHub. Viel gibt es dort noch nicht zu sehen, die aktuelle Version kann nichts, außer Tweets in die Datenbank schreiben. Updates zur Aktuellen Entwicklung twittere ich außerdem unter dem Hashtag #aufschreistat.

Die eigentliche Auswertung gilt es dann noch zu klären. Vieles lässt sich direlt als SQL-Abfrage schreiben, vorallem da in der Datenbank fast alle Spalten indiziert sind, incl. Volltext-Index auf den Tweet-Inhalten. Für manche Auswertungen wird spezieller Java-Code nötig sein. Und dann könnte es auch noch Exporte der angereicherten Daten geben, die dann in professionelle Statistik-Software einfließen könnte.

Datenquellen

Die Daten direkt von Twitter zu erhalten ist nicht einfach. Derzeit sieht der Datenbestand wie folgt aus:

  • Freitag 00:00 bis Freitag 11:00 – fehlt
  • Freitag 11:00 bis Montag 11:00 – vollständig durch den Datensatz von Soviet.tv
  • Montag 11:00 bis Dienstag 01:26 – fehlt
  • Dienstag 01:26 bis Dienstag 03:27 – teilweise vorhanden
  • Dienstag 3:27 und danach – vollständig dank eigener Sammlung

Es gibt technisch die Möglichkeit, von Twitter bis zu 150.000 vergangene Tweets zu einem Suchkriterium zu erhalten, was allerdings eine spezielle Genehmigung durch einen hochrangigen Twitter-Mitarbeiter erfordert. Diese habe ich bereits per Mail angefordert, wobei ich versucht habe, die gesellschaftliche Bedeutung von #aufschrei zu erläutern. Hoffen wir mal, dass ein positiver Bescheid kommt, noch bevor die Anzahl der #aufschrei-Tweets 150.000 überschreitet.

Mitmachen

Im Moment ist mir bei der Software-Entwicklung kaum zu helfen – die Software ist noch in einem so embryonalen Zustand, dass eine kooperative Arbeit am Code praktisch nicht möglich ist. Aber das wird sich hoffentlich in 1 bis 2 Tagen ändern. Wie das dann genau aufläuft, wird sich zeigen – dies ist zugegebenermaßen das erste Mal, dass ich ein Open-Source-Projekt auf github leite.

Nachtrag 6:41: Wozu aber jetzt schon jede_r herzlich eingeladen ist: Vorschläge machen, welche Fragestellungen wichtig und interessant sind, die sich evtl. aus den Daten herausziehen lassen. Konkrete Vorschläge, welche Arten von Inhalten getaggt werden könnten. Weitere Wünsche, welche Funktionen die Software erfüllen sollte oder könnte. Alles, was dabei hilft, das grobe Konzept was mir derzeit vorschwebt so zu erweitern, dass nicht nur mein Wissensdurst durch die Ergebnisse befriedigt wird, sondern alle den Erkenntnisgewinn bekommen, den sie sich davon erhoffen.

Sobald die Software Form angenommen hat und nutzbar ist, braucht es viele viele fleißige, mutige Helferlein, die sich durch die Tweets durcharbeiten, sie lesen und mit Tags versehen. Um alle Tweets zu zu verarbeiten, bräuchten wir etwa 1000 Stunden an gespendeter Zeit, des entspricht 125 vollen Arbeitstagen. Ich weiß, so viel werden wir nicht bekommen. Aber damit die Ergebnisse repräsentativ werden, reicht es, wenn wir einen signifikanten Anteil davon verarbeiten – das Programm wird die Tweets in zufälliger Reihenfolge anzeigen, um einen repräsentativen Querschnitt abzubilden. Und das können wir schaffen.

Damit das möglich wird, muss das Projekt bekannt werden. Jetzt wäre es zu früh dafür, noch ist es ein Luftschloss. Aber in 1 bis 2 Tagen hoffe ich auch eine Menge Retweets und ähnliches.

Abschließendes

Mich hat die ganze Sache in den letzten Tagen sehr mitgenommen. Ich musste mich zwar nicht erbrechen und habe auch nicht im nennenswerten Maß geweint, aber das war’s auch schon, was ich positives über meinen Zustand sagen kann. Prinzipiell könnte ich viel anderes, nicht-technisches zu diesem Thema schreiben. Aber momentan versuche ich, meine Energie dahin zu kanalisieren, wo es nützlich ist und wo der Aktivismus derzeit unterrepräsentiert ist. Und das ist nun mal gerade #aufschreistat.

Ich hoffe, dass diese Aktion, zusammen mit all dem was andere im Rahmen von #aufschrei leisten, dazu beiträgt, dass die Debatte nicht vorschnell wieder abebbt. Ich wünsche mir einen Protest, der um ein vielfaches größer ist als das, was wir jetzt haben. Das mediale Echo der letzten Tage hat gezeigt, wer die Massengesellschaft repräsentiert und was diese angeblich denkt. Für mich war das schockierender als die durch #aufschrei aufgedeckten Übergriffe selbst, denn bis dahin konnte ich noch glauben, dass nur ein Bruchteil der Menschen in Deutschland offen sexistisch ist. Nun scheint es mir, als ob entweder eine absolute Mehrheit sexistisch motiviert ist – das schließt ausdrücklich auch Frauen mit ein – oder als wenn eine sexistische Minderheit es erfolgreich schafft, sich als Mehrheit zu präsentieren. So oder so ist das ein Zustand, den ich nicht kampflos hinnehmen werde.

Kämpfen, hieß in den letzten Tagen: lesen, hören und fernsehen schauen. Gelegentlich twittern. Kämpfen, das heißt jetzt gerade, Code schreiben und technische Blogposts verfassen. Kämpfen, das wird in den nächsten Tagen heißen, statistische Analysen durchzuführen und Aussagen abzuleiten, um damit viele zu überzeugen, die den #aufschrei noch für einen unnötigen und nervigen Kurzzeittrend halten.

Und dann wird Kämpfen hoffentlich für mich und tausende andere heißen: raus auf die Straßen, einen lauten und sichtbaren Protest veranstalten, der sich mit den monatelangen Studierendenprotesten von 2009 messen kann.

Ich hab das Rezept!!! Die Hormontheraphie geht los!!!

Ja, die Überschrift sagt ja eigentlich schon alles. Nach den letzten beiden Blogposts stellt sich natürlich die Frage, wie das jetzt möglich war, immerhin sah ja alles eher düster aus. Bis vor wenigen Minuten habe ich mit nichts gutem gerechnet, hatte Schätzungen angestellt, nach denen es evtl. noch 1,5 weitere Jahre dauern könnte…

Um niemanden lange auf die Folter zu spannen – genau das hatte ich nämlich in den letzte Tagen selbst mehr als genug – mal ganz unchronologisch zuerst, wie das Gespräch lief, und danach erst, wie ich es mir vorher vorgestellt hatte, und ein bisschen Analyse dazu, was ich daraus nun lerne, und was nicht. Und ganz zum Schluss dann noch der Grund, warum ich so einen langen Blogpost schreibe, bevor ich irgendwem mal kurz Bescheid gebe, das alles gut ist…

Also: Ich kam ins Sprechzimmer rein, und als ich freundlich gefragt wurde, wie es mir geht, habe ich ganz offen und direkt gesagt, dass die Anspannung und Nervosität mich gerade sehr fertig macht, da ich gerade nichts gutes erwarte. Meine Ärztin war sichtlich verwundert. Ich fasste kurz zusammen, dass ich ja vor zwei Monaten mit einem Indikationsschreiben da war, welches sie jedoch nicht akzepziert hat, und mich bat, heute mit den „richtigen“ Indikationsschreiben wieder zu kommen, das von meinem dauerhaft begleitenden Psych* ausgestellt ist. Und da ich dieses Schreiben nicht dabei habe, und auch später nicht haben werde, weiß ich nun nicht, wie es weitergehen soll.

Sie wollte natürlich schon gerne wissen, warum das so ist, so dass ich ihr erkläre, dass ich die Theraphie damals schon „pausiert“ und inzwischen komplett abgebrochen habe, da ich mit dem Psych* nicht gut klarkam, und ich mit ihm nicht gut über die Thematik allgemein sprechen konnte, und erst recht über das Unwohlsein mit der Theraphie selbst. Dafür hatte sie volles Verständnis, obwohl sie viele andere trans* Menschen kennt, die mit ihm sehr zufrieden sind. Ich stimmte ihr zu, dass auch ich viele kenne die sehr gerne bei ihm sind, und ja auch gerade aus dem Grund ihn gewählt hatte, aber das in meinem Fall offenbar nichts brachte.

Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, warum sie das vorhandene Indikationsschreiben des anderen Psych* beim letzten mal abgelehnt hat oder was da überhaupt drin stand. Das wunderte mich nicht, schließlich hatte sie es ja nichtmal gelesen oder kopiert. Als ich ihr das entgegnete, konnte sie sich keinen Reim darauf machen, warum sie beim letzten Mal so gehandelt hatte. Ob ich es denn heute nochmal bei mir hätte? Aber klar doch, und so machte sie sich dann auch Augenblicklich ans Lesen.

„Na bitte, da steht doch alles drin, was ich brauche. Da habe ich doch gar keinen Grund, irgendwie auf ein schreiben des anderen Psychologen fixiert zu sein.“ Das sind natürlich diese Momente, wo ich mir denke „Warum denn nicht gleich so?!“, aber Zeit verloren hatte ich ja dadurch nicht. Denn die letzten Laborergebnisse waren ja heute erst zur Besprechung verfügbar, eher hätte es also eh nicht losgehen können – außer natürlich, wenn ich mich schon vor mehr als einem halben Jahr um einen Termin bei der Endokrinologie gekümmert hätte, und ihr dürft dreimal raten – ach Quatsch, einmal muss reichen – wer mir das nicht angeraten hat.

Die Laborergebnisse waren unspektakulär, so dass keinerlei Einschränkungen bei den möglichen Präparaten bestehen und keine ungewöhnlichen Risiken, über die ich nicht schon zuvor aufgeklärt war. So sprachen wir dann noch über Dosierungen, Vor- und Nachteile verschiedener Darreichungsformen, Nebenwirkungen und den weiteren Verlauf. Schwuppdiwupp, Rezept in der Hand.

Und nun? Geht’s mir natürlich gut, unglaublich gut. Ich hatte mich vorher so auf negative Dinge eingestellt, dass ich immer noch nicht so ganz realisiert habe, wie gut doch jetzt alles ist. Das kommt vermutlich in den nächsten Stunden noch. Aber gerade zu der Miesen Stimmung der letzten Tage, die auch vor einigen Stunden noch bestand, ist das schon jetzt ein irrer Kontrast.

Ich war gestern Abend auf dem Weihnachtsmarkt. Ich hätte viel „wichtigeres“ zu tun gehabt, sowohl beruflich als auch ehrenamtlich, aber sowohl ich als auch eine meiner Freundinnen brauchten gestern dringend Ablenkung. Danach war ich noch bis um 3 Uhr nachts im Stratum 0, unserem lokalen Hackspace, um mich abzulenken.

Ich habe heute nach dann nur 1,5 Stunden geschlafen, beim Erwachen hab ich Verwirrtheitszustände durchlebt, die sich in keiner mir bekanntne Sprache oder Notation wiedergeben lassen. Ein oder zwei Snooze-Durchgänge später war ich dann plötzlich in der Realität angekommen. Habe beim Anziehen noch wilde Pläne geschmiedet, was ich noch alles an Dokumenten auf einen USB-Stick ziehe um sie dann in der Stadt, in der die Arztpraxis ist, im Copyshop auszudrucken und der Ärztin vorzulegen. Völlig unnötige Überlegungen ohne irgendeinen Sinn. Habe dann noch so lange getrödelt, bis ich den RE verpasst habe und auf einen IC umsteigen musste. Habe mich auf der Radfahrt zum Bahnhof ausnahmesweise mal nicht über die blöden Autofahrer und Ampeln und schlecht gebauten Radwege und merkbefreite Fußgänger geärgert, weil die anders als sonst heute mal egal waren.

Im Zug konnte ich nicht schlafen. Wollte eigentlich nochmal verschiedene Szenarien durchgehen, innere Monologe zur Aussprache bereitlegen. Ging nicht. Habe zwar die ganze Zeit an das bevorstehende Arztgespräch gedacht, aber nicht an den Verlauf oder daran, was herauskommt. Sondern nur daran, wie ich mit dem umgehen soll, was wohl herauskommen wird.

Im Wartezimmer war ich äußerlich ruhig. Kein Zittern, kein Herzklopfen, wirkte wohl fast so, als würde ich gleich einschlafen. Innen drin hat mich die Angst zerfressen, ich habe ernsthaft befürchtet, auf diesem Wartestuhl bewusstlos zu werden noch bevor ich aufgerufen werde, oder auch in genau dem Moment. Und wenn ich es doch bis ins Sprechzimmer schaffe, war immernoch fraglich ob ich es schaffen würde, ein Wort heraus zu bekommen, oder ob ich die Ärztin unfreiwillig anschweigen würde.

Na gut, dann kam halt doch alles besser. Aber das wusste ich ja vorher nicht, und auch im Nachinein finde ich meine Befürchtungen angemessen. Ist ja nicht so, dass ich vor jedem Termin oder Gespräch so wäre. Das letzte Mal, dass ich vor einem „Gespräch“ solche Angst hatte war in der 12. oder 13. Klasse. Damals stand ich unter dem Verdacht, Geld aus der Jahrgangskasse veruntreut zu haben, und obwohl es nur um ca. 2% des Kassenstandes ging herrschte generelle Weltuntergangsstimmung, mehrere meiner Schulkolleg_innen hatten sogar deswegen geweint. Einer meiner Freunde, der bei der (in Wirklichkeit legitimierten) „Veruntreuungs“-Aktion geholfen hatte, wurde deswegen sogar von mehreren Schülern auf dem Hof mit Steinen beworfen. Von den 87 Schüler_innen haben etwa 82 eine ganze Woche nicht mehr mit uns gesprochen, bis ich mir anmaßte, eine Stufenvollversammlung einzuberufen, mich ans Specherpult zustellen und vor der gesammten Menge den Fall aufzuklären. Das war damals alles nicht leicht für mich, aber ich meine mich zu erinnern, dass ich selbst da deutlich weniger nervös war. (An die Sache musste ich übrigens auch öfter bei den kürzlichen Shitstorms in der Piratenpartei denken, aber ich komme zu sehr vom Thema ab…)

Auf die Unsicherheit und Verzweiflung der letzten Tage hätte ich gut und gerne verzichten können. Klar, die Wut und das Schreiben und Nachdenken haben mir in gewisser Weise geholfen, und zwar dazu, dass ich heute zwar ängstlich und nervös in die Praxis ging, aber für viele mögliche Gesprächsverläufe in etwa gewusst hätte, was ich dazu zu sagen habe. Und es hat mir geholfen, viel Wut umzuverteilen, mehr auf die Psych* und das System im ganzen, und weniger auf die Endokrinologin, so dass ich ihr eine zweite Chance geben konnte. In den letzten Tagen viel rumgebrüllt zu haben(wenn auch überwiegend lautlos, da schriftlich) half, heute in freundlichem Ton zu sprechen. Angesichtsdessen, wie das Gespräch verlaufen ist, wäre es wohl sehr unpassend (wenn auch vielleicht verständlich) gewesen, wenn ich da laut brüllend ins Sprechzimmer gestürmt wäre.

Aber langfristig? Während ich nach der Aktion damals in der Schule deutlich gestärkt aus der Sacher herausgeangen bin, und seit dem viel selbstsicherer vor größeren Mengen meine Position vertreten kann, konnte ich den Höhen und Tiefen meiner medizinischen Trans*geschichte noch kaum einen positiven Aspekt abgewinnen. Klar, ich bin jetzt besser darin „geschult“ meine eigenen Bedürfnisse und Erwartungen zu definieren und zu erkennen, ob medizinisches Personal dazu gewillt ist, mir dabei zu helfen oder mich zu bremsen. Aber für die Praxis habe ich nichts gelernt, nicht, wie man sowas verhindert, nicht, wie ich meine Rechte einfordern kann. Denn diese Situationen haben ein Machtgefälle, das ich nicht durch eigene Kraft oder Vorbereitung brechen kann. Eine einzelne Frau, die ruhig und freundlich hinter ihrem Schreibtisch sitzt und mir helfen möchte hat mehr Einschüchterungspotential als ein aufgebrachter Mob der evtl. nicht davor zurückschrecken würde, mich zu steinigen.

Auch in Sachen Optimismus / Pessismus kann ich keine Lehre daraus ziehen. Der Termin vor zwei Monaten begann mit großer Hoffnung und endete sehr enttäuschend, hat mich bis heute hin noch stark belastet. Und der Besuch heute war vorweg nur von Verzweiflung und negativen Erwartungen geprägt, und lief durchweg super. Als „Lehre“ zeigt mir das nur, wie unvorhersehbar und unkontrollierbar das Leben ist, eigentlich keine erfreuliche Erkenntnis.

Aber das Ergebnis als solches ist sehr erfreulich. Ich hoffe, ich bekomme das in den nächsten Tagen noch so im Kopf sortiert, dass ich mich auch so richtig drüber freuen kann. Noch hab ich das Gefühl, gleich klingelt der Wecker und ich habe den realen Arztbesuch noch direkt vor mir.

Denn noch etwas, das sehr traumhaft lief: ich kam gerade wieder in Braunschweig an und fuhr direkt zu einer Apotheke um das Rezept einzulösen. Mir war natürlich klar, dass diese Medikamente nicht vorrätig sind und bestellt werden müssen, sowie dass es in den letzten Wochen große Lieferengpässe gab. Nicht klar war mir, dass die Apotheke schon seit 6 Minuten Mittagspause hatte. Da ich aber noch hinein kam und sehr freundlich bedient wurde, kann ich die Tabletten heute abend um 18:15 schon abholen. Wow, wer hätte das gedacht?! Ja, das muss ein Traum sein…

Der einzige Wehrmutstropfen, mit dem ich mich schon abgefunden hatte: ich hatte offenbar unterwegs mein Smartphone verloren, konnte daher niemandem per Telefon oder Mail oder Twitter bescheid geben, sondern „nur“ auf dem Laptop diesen Blogpost vorforumulieren (außer natürlich diese letzten paar Absätze hier). Mit dem Verlust hätte ich an einem Tag wie heute gut umgehen können, aber siehe da: ich hatte ein Loch in der Handtasche, durch welches das Handy doch nur zwischen Innnen- und Außenfutter gerutscht war. (Heißt bestimmt anders, aber ihr wisst was ich meine.)

Letztlich wird eben doch noch alles gut!

Email-Funktionen funtionieren jetzt (wahrscheinlich)

Wer kein RSS mag, kann meinen Blog ja eigentlich schon immer auch per Mail abonnieren –  nur dass der Mailversand seit einigen Monaten kaputt war.

Zudem hatte ich mich eigentlich dran gewöhnt, bei neuen Kommentaren zu meinen Posts per Mail benachrichtigt zu werden. Auch das klappte offenbar nicht mehr.

Beide Probleme sollten jetzt gelöst sein. Indem ich dies schreibe, teste ich zugleich auch, ob es wirklich geht. Falls nicht, wird es ja eh keiner merken, dass es hier steht…

PS: Das Problem war, dass mein neuer Server nicht als eigenständiger Mailversender konfiguriert ist, und die Standard-mail-Funtion von PHP nur mit SMTP ohne Authentifizierung funktioniert. Einen derart unsicheren Service nutze ich natürlich nicht. Es war gar nicht so einfach, eine Lösung dafür zu finden, aber hier gibt es eine, die innerhalb von WordPress funktionieren sollte.

Die Welt ist im Wandel. Ich und mein Blog auch.

Lang war’s ruhig in diesem Blog. Wie der vorherige Post vom 14. April 2011 sagt:

„If you read this text, then you’ve already been served by my new server. (…) However, I suspect that the transition might have led to a few minor problems.“

Die Transition der Webseite von einem Server auf eine andere war aber wohl das kleinere Problemchen.

And if you read this text, you’ve been served by my new self 🙂

Ich selbst habe nämlich auch eine Transition hinter mir, von Brian nach Lena, von Mann zu Frau. Weiterlesen

I’m currently out of order…

…and so is my blog.

(I know that „out of order“ applies to technical stuff, an normally one would say „I’m currently too busy“. But depending on how busy you are, there isn’t a clear distinction anyway)

It might seem as if my blog was dead even before it started living. But rest assured, this is just a temporal break. Currently, my studies and other affairs are so demanding, that blogging just doesn’t fit in. It was even hard to find a moment to post this post, which just emphasizes its message. But as I think that having time for blogging is a crucial right of any human being, I’m constantly trying to change my life in a way that will give me that time back (and time for other things, of course).

There are so many things to say, mostly unwritten but well thought about, so that in the not-so-distant future, when I’ll have the necessary time, there’s no risk of running out of ideas. To make the waiting worthwhile, I’ll present a (not even complete) List of topics that I want to cover soon:

  • What does it take to be an inventor?
  • Tin-openers as a model for software tools
  • When the food is smiling at you
  • Is portability a means to an end, or an end in itself?
  • Is OpenStreetMaps an every-day-alternative to e.g. Google Maps?
  • How everybody can contribute to OpenStreetMap without even leaving his home.
  • Make simple things simple, or: the theory of computational complexity applied to human beings (for both computer-related and real-world tasks)
  • How it feels to fail at the most simple tasks
  • The problem of fuzzy groups in social interaction and web administration
  • The pros and cons of tuition fees (Studiengebühren)

I can’t guarantee that each topic will be covered, or that I will manage to do this any time soon, but if some of this sounds interesting to you, you should consider coming back or subscribing to my RSS feed.

PS: One note on the choice of language: This will be an english blog. But if I have something of interest only to a limited, german-only audience, I fall back to using german. If you’re an english speaker, you probably don’t miss anything.