Ein Plädoyer für das entspanntere Studieren

Auch wenn es in allen Forderungskatalogen vorkommt, die in den letzten Tagen erarbeitet wurden, so wurde der Themenkomplex „Leistungsdruck, Creditpoints und Studiendauer“ bisher nur Oberflächlich behandelt, und leider kam auch keine Arbeitsgruppe dazu zu stande.

Ich teile daher meine persönlichen Ansichten und Ideen dazu mit, in der Hoffnung, dass möglichst viele es ähnlich sehen. Dabei drehen sich meine Betachtungen einzig und allein um das „länger Studieren“. Es mag auch gänzlich andere Wege geben, aber ich betrachte nur einen, dafür aber auch recht detailliert.

Zunächst aber noch etwas „Vorgeplänkel“ zu den Typen der Studierenden und den Problemen derer, die länger Studieren. Am Schluss kommen noch ein paar konkrete Lösungsansätze.

Typen der Studierenden

Jeder Student ist anders, aber trotzdem lassen sich gewisse Grundtypen ausmachen. Da sind zum einen die „Vorbildlichen„, die ohne zu Murren ihr Studium in der Regelstudienzeit durchziehen und dabei noch ganz ordentliche Noten hinlegen. Dann gibt es die „Faulen„, die sich kaum an der Uni sehen lassen, wenn sie mal bestehen, dann mit 4,0 und in zehn Jahren studieren sie wahrscheinlich immernoch.

Für viele hört die Betrachtung da schon auf. Entweder wird hart zwischen den beiden Typen unterteilt, oder man sieht sie als lineare Skala an – irgendwo dazwischen wird sich schon jeder Student einordnen lassen. Meiner Meinung nach ist das Quatsch.

Eine ganze Menge Studenten – dazu zähle auch ich mich – hat klare Ziele, möchte auch bald mit dem Studium fertig werden, ist wissbegierig und fleißig, lernt sogar gerne über das geforderte hinaus… und möchte dennoch in Ruhe, in Würde und Selbstbestimmung lernen, und dabei noch ein bisschen Privatleben genießen. Natürlich liegen die irgendwo zwischen den „Vorbildlichen“ und den „Faulen“, aber nicht nur das, sie haben auch eigene Merkmale, die man in den anderen Extremen selten findet. Nennen wir sie daher einfach mal die „Individuellen„.

Darüber hinaus gibt es sicher noch andere Grundtypen, aber ich will es hier nicht ausarten lassen. Die zuvor genannte Dreiteilung deckt immerhin 90% der Studenten ab, behaupte ich einfach mal.

Das Paradoxon, gelöst

Manchmal wirken die Individuellen hochgradig paradox: Sie beschweren sich einerseits, dass sie zu wenig Zeit haben, zu viel Stoff durchpauken müssen, überlastet sind… und andererseits möchten sie ihr Wissen verbreitern und vertiefen, sich intensiver mit Themen beschäftigen, ihr Wissen und ihren Charakter stärken. Sie wollen nicht den ganzen Druck der Benotung, aber fordern von sich selbst ab, alles gut und richtig zu können und zu machen. Vielleicht wollen die sogar mehr Theorie und mehr Praxis. Wissen die denn gar nicht, was sie wollen!?

Klar wissen sie es: Sie wollen mehr lernen (insgesamt) und weniger lernen (pro Zeiteinheit). Daran ist nichts paradox, und man kann mathematisch leicht herleiten: Sie wollen mehr Zeit. Da muss es doch eine Lösung geben.

Und viele haben auch eine Lösung parat: Na dann studier doch einfach länger! Das hört man von den „individuellen“ Artgenossen ebenso wie von den „Faulen“, manchmal sogar von den „Vorbildlichen“… auch wenn deren Standartantwort eher ist „Na mach dir nicht ins Hemd du Weich-Ei! Ich beschwer mich doch auch nicht“.

Stigmatisierung der Langzeitstudierenden

Das Länger-Studieren ist in der Tat eine mögliche Lösung – die ich auch im Bachelor ganz bewusst gewählt habe. Mir einer Überziehung von 2,2 Semestern sehe ich mich nun nicht als „ewiger Student“ und ich denke, auch meine Noten können sich sehen lassen. Vorallem habe ich aber das gute Gefühl, mich mit dem Stoff und darüber hinaus angemessen befasst zu haben.

Leider kann nicht jeder diese Lösung wählen. Es sind (mindestens) drei Faktoren, und alle laufen darauf hinaus, dass „länger studieren“ als schlecht, abnormal und unerwünscht eingestuft wird.

Zum einen ist das das BAföG. Man erhält es einerseits nur für die Dauer der Regelstudienzeit. Andererseits gibt es eine Leistungsüberprüfung ab dem 5. Semester. Wer zu dem Zeitpunkt erwarten lässt, dass er länger als Regelstudienzeit studieren wird, bekommt ab diesem Moment gar kein Bafög mehr – also nur 4 Semester lang, selbst wenn die Regelstudienzeit z.B. 7 Semester beträgt. Viele Studenten brauchen das BAföG zum Leben.

Wer sowieso kein BAföG bekommt, steht genauso unter Druck: Die Eltern zahlen den Unterhalt, und erwarten von ihren „lieben kleinen“, dass sie gefälligst in Regelstudienzeit fertig werden. Und das unpassende Wort „Regelstudienzeit“ gibt ihnen ja sogar recht dabei. Egal wie das Verhältnis zu den Eltern ist: Wenn man sie mag, will man sie ja auch nicht über das nötige hinaus belasten, und wenn man sich mit ihnen nicht gut versteht, dann sind sie auch nicht sonderlich gewillt, länger zu zahlen.

Ein drittes und subtileres Problem, weil weder gesetzlich festgelegt noch finanziell nachprüfbar, ist das schlechte Ansehen von Länger-Studierenden. Viele haben Angst, dass andere schlecht über sie denken werden: Die Eltern, die Profs, die Komilitonen, die potentiellen Arbeitgeber… jeder könnte einen für faul, schwach, dumm, langsam oder ziellos halten. Man hat (leider begründete) Angst, nicht mehr ins gesellschaftliche Ideal zu passen. Der Gesellschaftliche Druck ist so hoch, dass man diese Denkweise irgendwann selbst annimmt: Man hält sich letzlich selbst für faul, schwach, dumm, langsam und ziellos.

Respekt und Solidarisierung statt Abfindung und Resignation

Kaum ein Student hat es heutzutage leicht, und selbst wenn es einer leicht hätte, könnte man ihm das doch sicher auch einfach gönnen. Die Studenten protestieren gegen die Uni, das Land, die Politik, evtl. auch gegen die Profs. Dabei ziehen theoretisch alle an einem Strang. Erschreckenderweise scheitern viele Versuche, etwas zu verbessern, aber schon an der ersten Hürde: Mangelnde Solidarität der anderen Studenten. Ich konnte in den letzten Tagen verschiedene Gründe erleben, warum Studenten sich nicht an den Protesten beteiligt haben:

Sie finden die Form des Protestes falsch – haben aber auch keine bessere Alternative. Sie sagen, sie haben keine Zeit zum Protest – was ja eigentlich schon genug Grund zum Protest sein sollte. Oder es interessiert sie einfach nicht. Alles keine perfekten Gründe, aber durchaus akzeptabel und nachvollziehbar. Wirklich schockiert haben mich aber die zahlreichen Diffamierungen der Streikenden als „Vollidioten, die es verdient haben, rausgeext zu werden“, „Weicheier, die nur rumjammern können“, „Nervensägen, die sich selbst inszenieren und damit echte Studenten vom studieren abhalten“ etc. Viele Studenten haben nicht den geringsten Hauch von Respekt und Mitgefühl für ihre Mitmenschen – und das einfach deshalb, weil sie glauben, jeder müsse die Sitation genauso empfinden wie sie selbst.

Es mag sie ja wirklich geben, die hochintelligenten, die ohne Probleme alles durchziehen können und dabei noch genug Freizeit haben. Und auch wenn ich es nicht gut finde, wie diese sich äußern, so muss man doch sagen: Sie haben auf ihre Weise recht. Außer bloßer Solidarität könnte sie nichts dazu bringen, mit zu streiken. Mein Verdacht ist aber, dass unter den abschätzigen Gesellen viele sind, die in gewisser Weise auch Opfer des Leistungsdrucks sind. Natürlich sind das alles wage Vermutungen…

Entweder, sie sind noch so früh im Studium, dass sie noch in der (angenehmen) Illusion leben, dass alles easy und locker ist. In meinem Bachlor gab es viele davon: Im 3. Semester war ich der einzige von 35 Studenten, der es für sinnvoll und nötig befang, länger zu studieren. Letztlich sind nur 3 davon in Regelstudienzeit fertig geworden.

Oder aber, sie sind schon so lange dem Stress und Druck ausgesetzt, dass sie es als normal empfinden, sich damit abgefunden haben. Vielleicht glauben sie, sie brauchen keine Freizeit, oder meinen, sie hätten es als Student nicht verdient. Oder aber, sie reden sich ein, dass sie es so sehen müssten, weil sie sonst selbst zu den faulen Jammerlappen gehören, den „Minderleistern“.

Vielleicht hat jemand schonmal von dem Phänomän gehört, dass Schwule, die sich nicht trauen, sich zu outen, sich oft besonders schwulenfeindlich zeigen, damit sie bloß niemand für schwul hält. Ob es diese Art von Schwulen wirklich (noch) gibt, weiß ich nicht, aber ich glaube schon, dass viele von den „Fleißigen“ nur deshalb so abwertend über die „überlasteten“ reden, weil sie sich nicht eingestehen wollen, selbst überlastet zu sein.

Ok, soweit die Vermutungen und Spekulationen. Selbst wenn diese nicht zutreffen – also wenn alle unsolidarischen wirklich zum Typus „hyperintelligenter Vorbildstudent“ gehören, ändert das nicht viel an den meisten meiner Grundaussagen. Wir brauchen mehr Anerkennung, Akzeptanz und Unterstützung von Studenten, die „länger machen“. Das sollte doch umso einsichtiger sein, da es sich ja nichtmal um eine Minderheit handelt, sondern um den Regelfall.

Von daher fordere ich zu allererst die Abschaffung des Unwortes „Regelstudienzeit“. Den Namen hätte es nur verdient, wenn es „die Regel“ wäre, so lange zu studieren. Und das ist dann der Fall, wenn der Mittelwert (oder geg. Falls der Median) der Studienzeiten dem entspräche. Man könnte es z.B. „Mindeststudienzeit“ nennen. Das ist zwar auch falsch, weil ein kleiner Prozentsatz wirklich eher fertig wird, aber längst nicht so falsch wie die „Regelstudienzeit“.

Das Problem auf den Punkt bringen

Nun besteht das Problem für viele also darin, dass sie in einer gegeben Zeit mehr studieren „sollen“, als es ihnen in der Zeit gut täte. Ob das „Sollen“ nun Zwang, Empfehlung, finanzieller oder psychologischer Druck ist, sei mal dahingestellt. Würde es sich nur um die typischen „faulen“ Studenten handeln, so könnte man da diverse Lösungen finden, die ihnen gefallen, aber dafür eindeutig (und berechtigt) von den anderen abgelehnt würden. Wenn wir aber davon ausgehen, dass darunter auch einige von den lustigen Leuten sind, die ich oben als die „individuellen“ betitelt habe, wird die Sache schwieriger, denn für die muss noch das scheinbare Paradoxon eingehalten werden: Sie wollen mehr lernen (insgesamt) und weniger lernen (pro Zeiteinheit).

Die Bürokraten unter uns (und die sitzen meist eher in der Hochschulveraltung als unter den Studenten) haben eine ganz einfache Lösung, die sich sogar schon selbst erfüllt hat: Auf dem Papier steht, dass ein Student pro Woche X (X=40 oder X=60) Stunden arbeiten muss, um sein Studium in Regelstudienzeit zu bestehen. X Stunden pro Woche sind machbar und akzeptabel, also ist das Studium akzeptabel. q.e.d., Protest abgelehnt.

Lösungsansätze

Regelstudienzeit erhöhen bei gleicher Stoffmenge

Das könnte vielleicht das Optimum sein. Die schnellen Studenten können dann halt unter Regelstudienzeit fertig werden, die etwas langsameren liegen dann genau in der Zeit, und jeder lernt das, was er jetzt auch lernt. Nachteile? Nun ja, irgendwelche (blöden) Regelungen schreiben nunmal vor, dass ein längeres Studium auch mehr Creditpoints bringen muss, und somit mehr Inhalte. Das bringt uns dann zur folgenden Alternative…

Regelstudienzeit erhöhen bei proportinal erhöhter Stoffmenge

Nun, sicher wäre das machbar, aber hat es irgendwelche Vorteile? Es wäre genauso viel Stress, nur mehr davon 😉 Außerdem müssten die Professoren sich neue Inhalte einfallen lassen, was vielen sicher auch nicht passt. Ich denke, diese Alternative kann gestrichen werden.

Regelstudienzeit beibehalten bei verringerter Stoffmenge

Auch gegen diesen Vorschlag würde es begründete Proteste geben. All jenen, die wissbegierig sind – sei es aus persönlichen oder beruflichen gründen – wird damit in keiner Weise geholfen. Das Studium würde damit an Wert verlieren, und in vielen Fachrichtungen gilt der Bachelor ja schon jetzt als „zu oberflächlich“ und somit wertlos.

Regelstudienzeit und Stoffmenge behalten, aber Niveau und Anforderungen senken

Das ließe sich auf verschiedene Weisen umsetzen. Viele davon würden dazu führen, dass die Qualität des Abschlusses für alle gesenkt werden würde, also auch für die fleißigen, wissbegiereigen, etc. Auch wenn das nicht akzeptabel ist, fällt damit nicht die gesamte Alternative weg. Man kann sich durchaus Umsetzungen vorstellen, bei denen nur jene Anforderungen gesenkt werden, die keinen echten Zusammenhang zur Qualität des Wissens haben. So könnten Fächer mit mangelnder Praxisrelevanz vereinfacht werden, oder formale Regelungen aufgeweicht werden, die einem nur das Leben schwer machen, ohne Wissenszuwachs zu bringen.

Nachdem die vier Vorschläge alle nicht sonderlich erfolgversprechend waren, möchte ich noch zwei weitere näher im Detail vorstellen:

Regelstudienzeit erhöhen bei gleicher Stoffmenge

Moment mal – das hatten wir doch schonmal (erste Alternative), und als unmöglich abgestemptelt!? Ja, allerdings wurde da ein Lösungsweg übersehen, der nun ausführlich dargestellt werden soll. Wie gesagt: Wenn die Regelstudienzeit steigt, muss es auch mehr Creditpoints geben. Und das heißt in der Regel, dass auch mehr Inhalt her muss – es sei denn, der Mehr-Inhalt ist schon lange da und wird nur nicht erkannt. Viele der Module könnten einfach mehr Credit-Points bringen. Natürlich lassen sich auch diese nicht beliebig hochstufen, denn irgendwo ist noch ein Verhältnis definiert, das angibt, wie viele Arbeitsstunden zu einem Creditpoint gehören. Und wenn man die CreditPoints erhöht, muss man die Arbeitsstunden erhöhen. Wollen das unsere überarbeiteten Studenten? Ja, auf dem Papier durchaus. Man stelle sich eine Vorlesung vor, die 4 SWS hat und 3 CP einbringt. Der Tatsächliche Arbeitsaufwand ist aber viel höher als auf dem Papier steht. Wenn man diese Realität nun auf’s Papier überträgt, und somit die SWS und die CP erhöht, dann können die Studenten mit dem gleichen Inhalt, den sie nun auf mehr Semster verteilen, genügend Creditpoints sammeln, um die zusätzlichen Semester zu rechtfertigen. Meiner Meinung nach ist das die perfekte (und somit beste) Lösung, denn sei basiert nur darauf, die Realität als solche anzuerkennen – was könnte daran falsch sein? Trotzdem, an der FH, an der ich bisher studiert habe, wurde diese absolut naheliegende Lösung komplett blockiert, und ich fürchte, das könnte hier auch passieren. Daher noch eine Alternativlösung…

Alles lassen wie es ist, aber die Rahmenbedingungen für das Länger-Studieren verbessern

Es klappt ja auch jetzt schon: Manche studieren länger, bekommen die gleiche Anzahl Credits wie andere, sind dabei aber entspannter und können vertiefter Lernen. Diese Studenten sind glücklich, und zwar deshlab, weil sie es sich finanziell, gesellschaftlich und gegenüber dem eigenen Stolz leisten können. Nur leider gilt das nicht für alle. Damit alle ihr Recht zum Länger-Studieren bekommen, müssten sich aber folgende Dinge ändern: BAföG auch über die Regelstudienzeit hinaus, weg mit der Leistungsüberprüfung nach dem 4. Semester, Langzeitstudiengebühren erst später… das lässt sich alles gesetzlich und per Verordnung klären. Aber damit nicht genug, es bedarf auch einem Umdenken auf allen Seiten: Bei den anderen Studenten, den Arbeitgebern, den Eltern, und letzlich den betroffenen selbst. Wie man diese Änderungen „erzwingen“ will, ist mir ein Rätsel. Aber Respekt und Solidarität könnten schon ausreichen.

Links, Karten und Videos zum Bildungsstreik

Hier schnell das wichtigste um ins Thema einzusteigen:

Die Themen

Das hier sind die Themen im Groben, vielleicht ist ja was für dich dabei:

  • Abschaffung der Studiengebühren
  • Freie und kostenlose Bildung für alle
  • Mehr Geld für Bildung
  • keine Hürden für den Wechsel vom Bachelor- zum Masterstudiengang
  • paritätische Mitbestimmung in allen Gremien
  • Anpassung des Arbeitsaufwandes an die Realität
  • Abschaffung studierendenfeindlicher Regelungen der Prüfungsordnungen

Eine genauere und aktuellere Liste der Forderungen findet sich hier im Forum.

Weitere Links

Abschließen möchte ich erstmal mit einer kleinen thematischen Linkliste:

Besetzte Hochschulen


Unsere Unis (by zurPolitik.com) auf einer größeren Karte anzeigen

Motivationsvideo

Wahlweise auf Youtube oder gleich hier:
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Was geht mich der Bildungsstreik an der TU-Braunschweig an?

Tja, noch vor einigen Stunden war das eine durchaus unbeantwortete Frage. Ich studiere ja hier erst seit ein paar Wochen, und auch wenn es hier und da etwas stressig oder langweilig ist, ist doch eigentlich alles in Butter. Und überhaupt, sich nach so kurzer Zeit schon lautstark zu beschweren…

Ohne mich…

So wie ich dachten (leider) viele, und somit ware dann „nur“ ca. 300 Studenten an der Besetzung des Audimax und den Demos in der Stadt beteiligt. Ich habe mich jedenfalls – mit dem Antrieb der Fachgruppe Informatik, zu der ich auch mehr oder weniger gehöre – aufgerafft und mich in die abendliche Plenumssitzung im besetzten AM begeben. Hinter dem vielen Gepfeife und Getrommel, der Partystimmung und den Sprechchören steht noch mehr, nämlich sachliche Diskussionen über die aktuellen Misstände. Und die Probleme sind vielschichtig. Neben viel Analyse und ein wenig Gejammer und Gemecker kommen dabei aber auch viele konkrete Vorschläge und Forderungen heraus.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen die Maschinenbauer, und das sind echt arme Schweine. Offenbar sind ihre Studienbedingungen so unhaltbar, dass man sich als nicht-Maschinenbauer fragt, ob man sich denn überhaupt beschweren darf.

Darf man meckern?

Ja, muss man sogar. Zum einen aus Solidarität, denn auch wenn ich keinen einzigen der MBs persönlich kenne, geht einem das nunmal nicht am Arsch vorbei. Und die MBs werden sicherlich eher Gehör finden, wenn alle sich dem Protest anschließen. Andererseits kitzelt der so angezettelte Streik auch bei jenen das Beschwerdepotential hervor, die sonst eher still sind. Und letzlich kommen auch die vielen Kleinigkeiten zur Sprache, die man sonst einfach als gegeben hinnimmt. Eine Win-Win-Situation für alle Studenten.

Ich möchte daher an alle und jeden appellieren, sich auch mal kurz Gedanken zum Streik und zu den Misständen zu machen. Ich weiß, nicht jedem liegt das laute protestieren, aber daran schließt sich nun vermutlich auch einiges an leiser, kommunikationsintensiver Zusammenarbeit an, falls sich denn die angekündigten Arbeitsgruppen für spezielle Themen zusammenfinden.

Mehr Infos

Ich hatte hier erst noch passende Links, Videos, ect. eingefügt, aber das ganze nun ausgelagert.

Me, my websites and blogging

My first website

Since I had an Internet connection, I also had a homepage. Because PHP and other dynamic web languages were not part of the free hosting services at this time, I wrote my own offline homepage generator, or what would be called a „content management system“ nowadays. It’s „offline“ because it ran locally on my PC, generated an number of html-files, and left it up to me to upload them over my 33 kbit/s line.

As you can see on the picture, I had a well planned site structure for the site, which regrettably has never been filled with content. For me, the work flow was not „Oh, today I might want to fill in some of the gaps on my website… like… err… this one: Musik“. Rather, I had some thought and just needed a platform to express it.

A post-based website

Because of this, I added a post system to hpd2, which allowed me to put a new post on the home page that would push the older posts into an archive. It turned out that my early posts either belonged into the „private“ category, or into „programming“, so I implemented a simple category system. Sadly, the most „recent“ picture of that website is about 10 years old and just before I built the post system.

Some time late, I remember it to be around Christmas, one of my PCs ran into serious hardware problems, which made me personally unhappy, at the same time hindering me to fulfill my programming visions regarding Open GL. I could still update my website and share my sorrow with the world , but should this go into „private“ or „programming“? This was the first time I felt the need for something better than just categories. And so I went ahead an invented what would late be known as „tags“.

A break

Some months later, I finally realized that no one is interested in reading about my life, both privately and programatically, so I eventually stopped updateing that site. After maybe a year without updated it had undergone the automatic garbage collection of the web host and was lost until today, when I found an old offline copy on one of my hard drives.

What’s a blog?

In the retrospective, it’s pretty clear that my website was a blog, but at that time, I did neither know the word „blog“ nor the concept behind it – it was kind of my invention, even though I was not the first to invent it. That’s typically me: Being on the bleeding edge when it comes to my own creativity, but lagging years behind in noticing what’s happening around me.

One of my websitesSome years later, blogs became so popular that even I heard of them. My first thought was: „Who would be interested to read that stuff?“, and only after that the resemblance of „blogs“ and my first website came to my mind. So I thought about blogging as a collective abberation, with myself as one of the first to have gone through it. I came to my senses and stopped it, and so would they.

Consequently, my next website was planned from the beginning without a blog. Anyway, it was at least as ugly as the ones before and suffered other fundamental problems which made me abandon it rather soon.

A comeback

Well, time has proven that blogs are not that brain dead, and now that I have familiarized myself with reading blogs (as you can see on the right sight in my blog roll), it seems to be the right time to come back to that good old habbit of writing a blog.

So what can you expect from it? It’s definitely going to be kind of nerdy, as I’m definitely a nerd. Whenever possible, I’ll be trying to write in a way that lets the non-nerds understand me, so that after some time of constant consumption of my thoughts, they might eventually also become nerds 😉 Other than that, don’t expect anything, ok?